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Ein Bericht aus dem Limmattaler Tagblatt vom 17.07.2021

Lana Paunovic hat es ins Kader des Schweizer U18-Nationalteams geschafft. An der WM, die Ende Juli startet, will sie Grosses erreichen. Und sie hofft auf einen Einsatz gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland.

Die Sonne scheint warm vom Himmel, doch der Boden auf dem Sportplatz Unterrohr ist noch vollgesogen mit Wasser. «Der Ball springt nicht gut hoch, wenn es so nass ist», sagt Lana Paunovic. Dabei wäre es wichtig, dass sie nochmals Gas geben könnte. Denn für die Faustballerin ist es das letzte Mannschaftstraining mit dem STV Schlieren, bevor sie mit dem U18-Nationalteam an die Weltmeisterschaften nach Grieskirchen fährt. Diese gehen vom 29. Juli bis zum 1. August über die Bühne.
Allmählich kommt bei der Schlieremer Drittsek-Schülerin beim Gedanken an den Megaanlass in der Nähe von Linz Nervosität auf. «Ich bin die Einzige, die es aus dem Schlieremer Team ins WM-Kader geschafft hat», sagt sie. Es sei nicht selbstverständlich, dass sie es so weit gebracht habe, denn sie gehöre mit ihren knapp 16 Jahren zu den Jüngsten.
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Grosse Ziele: Lana Paunovic aus Schlieren nimmt an der Faustball-WM für unter 18-Jährige in Österreich teil. Foto Severin Bigler

Paunovic ist Nationaltrainer Daniel Gübeli im Trainingslager durch ihr Talent und ihren Ehrgeiz aufgefallen. «Der STV hat bei Lana überdies gute sportliche Grundarbeit geleistet», sagt Gübeli. Deshalb habe er sie für die WM aufgeboten. Um weiterzukommen, müsse Lana nun an ihrer Kondition und Kraft arbeiten.
Schlieren ist eine Faustball-Hochburg. «Schlieren hat eine der grössten Jugendabteilungen in der Schweiz», sagt Gübeli. Lanas Coach Andri Kaiser trainiert zurzeit rund 60 jugendliche Spielerinnen und Spieler. Dennoch ist Faustball aber noch immer eine Randsportart. Das merkt auch Paunovic oft. «Viele dachten erst, ich spiele Fussball», sagt sie.

Die Mutter springt als Trainerin ein
Paunovic geht leicht in die Knie und schaut konzentriert hinüber ins gegnerische Spielfeld. Sie steht auf der linken Seite, direkt am Netz. Paunovic ist Schlägerin. «Macht jetzt mal einen schönen Wurf für Lana», ruft einer der Spieler auf dem Feld. Paunovic holt aus und trifft mit der Faust auf den Ball. Dieser fliegt in hohem Tempo ins gegnerische Spielfeld. Um sich vor den harten Bällen zu schützen, trägt Paunovic wie die meisten Faustballer ein langärmliges Shirt. Da nur wenige Mädchen da sind, kommt es häufig vor, dass Paunovic in einer gemischten Gruppe trainiert. Auch dass ihre Mutter an der Seitenlinie auftaucht und die Spieler einteilt, ist keine Seltenheit. Kornelija Bogadi Paunovic sagt: «Wir haben zu wenige Trainer im Moment, deshalb springen auch Freiwillige ein.»
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Lange Ärmel trotz strahlendem Sonnenschein: Lana trägt wie die meisten Faustballerinnen langärmlige Kleidung, um sich vor dem Aufschlag des harten Balls zu schützen. Foto Severin Bigler

Als Lana Paunovic im Alter von sechs Jahren angefangen hat, zu spielen, begeisterte sie auch ihre zwei Schwestern sowie die Eltern für die Sportart. Mittlerweile ist die ganze Familie auf und neben dem Spielfeld anzutreffen. Für Paunovic ist Faustball seit zehn Jahren fester Bestandteil ihres Lebens. Das solle auch mit der anstehenden Lehre als Hochbauzeichnerin so bleiben. Sie wolle unbedingt ins Nationalliga-A-Team, sagt die Juniorin. Faustball habe sie selbstbewusster gemacht. «Als ich begann, habe ich mich kaum getraut, von der Bank aufzustehen und mitzuspielen», sagt sie. Armin Schmid, ihr erster Trainer, habe ihr Talent aber entdeckt und sie gefördert.
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Sie holt aus und zielt... Foto Severin Bigler

Plauschturniere mit Essen aus verschiedenen Ländern
Durch den Sport habe sie nebst Selbstbewusstsein auch viele Freunde gefunden. «Das ist das Gute am Faustball in Schlieren. Wir machen viele Sachen gemeinsam», sagt Paunovic. So gebe es oft Plauschturniere, nach deren Ende man gemeinsam esse. «Da bringt jeder Essen aus seinem Herkunftsland mit.» Ein starker Zusammenhalt ist auch auf dem Feld wichtig. Das Zusammenspiel sei die grösste Herausforderung, sagt Paunovic.
Eine grosse Herausforderung wird auch das Spiel gegen Titelverteidiger Deutschland. Paunovic hatte schon einmal die Gelegenheit, gegen die Deutschen anzutreten. Damals siegte das Schweizer Team 3:0. «Der Regen war das grösste Hindernis für die Deutschen», sagt sie. So bereitet sie sich nun auf dem nassen Rasen vor, damit sie an der WM, bei der die Schweizer Juniorinnen auch gegen Österreich antreten werden, nicht ebenfalls von der Witterung überrascht wird. Denn für die WM hat sich Paunovic hohe Ziele gesteckt: «Ich möchte eine Medaille nach Hause bringen», sagt sie. Auch Nationaltrainer Gübeli hält dies für möglich. Er sagt: «Ich denke, unsere Juniorinnen könnten gar den ersten oder zweiten Platz erreichen.»
Ob Paunovic jedoch zum Einsatz kommen wird, wird sich noch zeigen. Noch steht sie nicht in der Startaufstellung. Ihre sportliche Zukunft ist aber so oder so vielversprechend. «Wenn Lana so weitermacht, spielt sie in zwei Jahren auf Topniveau», sagt Gübeli. Dann habe sie noch manche Europa- und Weltmeisterschaft vor sich.
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...dann springt sie und schlägt den Ball mit der Faust über das Netz. Foto Severin Bigler

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