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Ein Bericht aus dem Limmattaler Tagblatt vom 30.06.2021

Nach dem in extremis gesicherten Ligaerhalt der NLA-Faustballerinnen werden einige Baustellen behoben. Und ein neuer Coach muss her, weil der bisherige auf Reisen geht.

Emotionaler kann man einen sportlichen Erfolg kaum erleben. Am vergangenen Sonntag spielten die Schlieremer NLA-Faustballerinnen im siebten und letzten Meisterschaftsspiel auf dem eigenen Platz darum, ihr grosses Ziel zu erreichen und den Ligaerhalt zu schaffen. Die Ausgangslage vor der entscheidenden Partie gegen Hochdorf war klar: Gewinnen die Limmattalerinnen, bleiben sie oben; verlieren sie, geht’s runter in die Nationalliga B. Sekt oder Selters also.

Die Schlieremerinnen mit der erst 15-jährigen Nachwuchs-Nationalspielerin Lana Paunovic in ihren Reihen lieferten. Sie holten den entscheidenden Sieg in glatten drei Sätzen und spielen so auch im kommenden Sommer in der höchsten Liga. Logisch, dass der Jubel über den Erfolg kaum Grenzen kannte.
Lana Paunovic 4
Auf Ihrer Schultern ruhen die Hoffnungen: Lana Paunovic, erst 15-jährig und Nachwuchs-Nationalspielerin des STV Schlieren. Foto Fabio Baranzini

«In diesem entscheidenden Spiel zeigte mein junges Team eine grossartige Leistung»,
freute sich Schlierens Coach Friederike Wilke. Sie, die erst 27-jährige Nationalspielerin, würde dem Team lieber spielend auf dem Rasen helfen als von draussen Anweisungen zu geben. Weil sie seit rund einem Jahr Probleme mit den Bandscheiben hat, ist aktuell allerdings nichts mit dem Ball nachjagen. Ob sie je wieder spielen wird? «Schwer zu sagen», so Wilke, «ich würde natürlich gerne nochmals angreifen.» Man müsse jetzt halt schauen, was die Zukunft bringe. Sie freue sich erst einmal mit ihren Spielerinnen über den erfolgreichen Abschluss der Saison.

Die glorreichen Zeiten sind lange her
Die Frage stellt sich: Kann ein knapp geschaffter Ligaerhalt für die erfolgsverwöhnten Schlieremer Faustballerinnen überhaupt ein Erfolg sein? Nach sechs teils deutlichen Niederlagen im letzten Spiel ein Sieg gegen einen anderen Abstiegskandidaten – quasi im Duell Not gegen Elend –, der zum Klassenverbleib reicht? Ist das das neue Selbstverständnis des Klubs?

Immerhin ist die Schlieremer Frauenabteilung eine der erfolgreichsten des ganzen Landes, war in den 1990er- und den 2000er-Jahren quasi unbesiegbar. Acht Meistertitel auf dem Feld, deren neun in der Halle, zweifacher Medaillengewinner im Europacup auf dem Feld, sechsfacher Bronzemedaillen-Gewinner im Europacup in der Halle - eine imposante Bilanz. «Diese Zeiten sind eine ganze Weile her», meint Daniel Laubi, der Vereinspräsident. Damals habe man eine ganz spezielle Generation von Spielerinnen gehabt. Als Beispiel genannt sei Simone Estermann-Eicher. Die mittlerweile 40-Jährige wurde 2007 zur «Schweizer Faustballerin des Jahres» gekürt und war die unumstrittene Lichtgestalt im Limmattaler Faustball. «Simone ist ein Jahrhunderttalent», sagte Vereinsboss Laubi damals.
Friederike Wilke erlebte die Blütezeit noch am Rande als junge Nachwuchsspielerin mit. Sie durfte in jenen goldenen Jahren ab und zu in der Mannschaft aushelfen, ehe sie selbst eine ganz grosse Spielerin wurde und es bis in das Nationalteam schaffte. Wilke erinnert sich:

«Es waren wunderbare Zeiten, ich konnte von Simone, aber auch von Sabine Pfister, sehr viel lernen.»
Trainiert habe man damals einmal pro Woche. Aber das reichte, um erfolgreich zu sein. Doch die ältere Generation verabschiedete sich mit der Zeit in den sportlichen Ruhestand, die «jungen Wilden» kamen nach – und brauchen offenbar noch Zeit, um zumindest eine einigermassen ruhige NLA-Saison spielen zu können. Wilke: «Die Mädels sind ehrgeizig. Ich bin sicher, dass wir in Zukunft noch viel Freude an ihnen haben werden.» Nach dem Abschluss der Feld-Saison wird weiter trainiert. Wilke:

«Wir kennen unsere Baustellen. Es geht neben dem Spielerischen auch darum, Kraft und Ausdauer zu steigern.»
Dass sie in der Hallen-Saison den Winter hindurch ebenfalls an der Seitenlinie stehen wird, ist wenig wahrscheinlich. Grund: Friederike Wilke plant ab Oktober eine längere Reise. Und wer wird in Zukunft die jungen Faustballerinnen auf ihrem Weg begleiten, Daniel Laubi? Der Vereinspräsident sagt: «Wir werden eine gute Lösung finden.»

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