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Ein Bericht aus «Faustball im Fokus»

Schlieren gehört zu den grössten Faustballvereinen der Schweiz. Und das obwohl die Zürcher auf den ersten Blick nicht dem klassischen Bild des Schweizer Faustballsports entsprechen.

Der Faustballsport ist hierzu lande historisch mit dem Turnsport verwurzelt. Fast alle Vereine haben ihren Ursprung in einem Turnverein oder einer Riege. Aufgrund dieser Nähe zum Turnsport werden dem Faustball fast schon automatisch weitere Attribute zugesprochen wie: schweizerisch, traditions be-wusst, familiär und ländlich. In der Tat ist es so, dass Faustball in der Tendenz häufig in ländlichen Regio­nen gespielt wird. Besonders stark verbreitet ist der Sport in der Ostschweiz.

Der drittgrösste Ballsportverein
Doch es geht auch anders. Das zeigt das Beispiel des STV Schlieren. Der Verein zählt mit seinen 170 Aktivmitgliedern und 15 Teams zu den grössten Vereinen der Schweiz.
Mit über 50 Juniorinnen und Junioren, die in sechs verschiedenen Teams spielen, stellen die Schlieremer auch eine der grössten Nachwuchsabteilungen im Schweizer Faustball. Und das obwohl Schlieren so ganz und gar nicht dem gängigen Klischee des Faustballsports entspricht. Schlieren ist ein klassischer Vorort von Zürich. Die Gemeinde zählt knapp 20‘000 Einwohner und weist mit 45,9% den höchsten Ausländeranteil des Kantons Zürich auf. Also eigentlich alles andere als ein ideales Pflaster für den Faustballsport. Was also machen die Schlieremer anders?
Wir haben uns auf Spurensuche begeben und wollten herausfinden, wie es die Faustballer aus Schlieren geschafft haben, dass sie hinter Fussball und Tennis zum drittgrössten Ballsportverein der Gemeinde geworden sind.
Andi Dietiker Daniel Laubi
Der Nachwuchs als Basis
Daniel Laubi (59) ist seit mehr als 45 Jahren im Verein. Bis auf einen kurzen Abstecher zur «Alten Sek tion Zürich», wo er in der Nationalliga A und B spielte, war er immer beim STV Schlieren, der 1988 eine eigene Faustballsektion gegründet hat. Seit 2007 ist Daniel Laubi Präsident. Zuvor war er verantwortlich für den Spielbetrieb und den Nachwuchs. Wenn also einer den Verein kennt, dann er. Fragen wir also Daniel Laubi: Was ist das Erfolgsgeheimnis der Schlieremer Faustballerinnen und Faustballer?
«Unser Nachwuchs», sagt er und führt aus. «Seit unserer Grün-dung 1988 rekrutieren wir konsequent jedes Jahr neue Juniorinnen und Junioren. Dafür besuchen wir die Primarklassen in Schlieren und führen dort Promotiontrainings durch. Gleich am nächsten Tag findet dann das erste Schnuppertraining bei uns im Verein statt. So stossen jedes Jahr 10 bis 15 neue Nachwuchsspielerinnen und -spieler zu uns.» Mit dieser Strategie haben es die Schlieremer geschafft, dass praktisch alle Spielerinnen und Spieler der aktuellen Aktivmannschaften aus der eigenen Nachwuchsabteilung stammen.

Einen guten Ruf erarbeitet
Auch Andi Dietiker (49) hat seine Faustball-Ausbildung in Schlieren durchlaufen. «Ich gehörte zur ersten Gruppe Junioren, die via Schnuppertrainings zum Verein gestossen sind», erzählt er. Mittlerweile ist Andi Dietiker seit 25 Jahren im Vorstand und kümmert sich seit fast ebenso vielen Jahren um den Schlieremer Nachwuchs. «Wir haben mittlerweile einen sehr guten Draht zu den Lehrerinnen und Lehrern und werden mit offenen Armen empfangen. Über die Jahre haben wir uns einen guten Ruf erarbeitet und die Probetrainings sind quasi ein Selbstläufer geworden.»
So gut die Rekrutierung des Nachwuchses auch läuft, auch die Schlieremer Faustballer haben mit Problemen zu kämpfen. «Wir könnten wohl 100 Junioren haben, aber uns fehlen dafür einfach die Leite-rinnen und Leiter. Das limitiert uns im Moment. Aber trotzdem dürfen wir zufrieden sein mit unserer Nachwuchs abteilung», sagt Andi Dietiker.

Spanferkel statt Bratwurst
Zusätzlich zur guten Nachwuchsarbeit liefert Andi Dietiker noch einen weiteren Grund für den Erfolg des STV Schlieren. «Wir haben nicht den Anspruch, nur NLA- und NLB-Faustballer auszubilden. Wir haben als Verein auch eine soziale und gesellschaftliche Aufgabe. Bei uns soll jeder seinen Platz finden – egal wieviel Talent er fürs Faustball mitbringt.»
Eine Sichtweise, die auch Präsident Daniel Laubi teilt. «Wenn du nur Spitzenfaustballer haben willst, verlierst du den Unterbau. Das ist fatal, denn genau die Plauschspieler brauchst du. Die stehen nämlich am Grill und engagieren sich im Vorstand», weiss Laubi. Und genau darum fördert Schlieren ganz gezielt auch den Breitensport. «Wir organisieren jedes Jahr ein Plauschturnier, führen die Eltern unserer Junioren an den Faustballsport heran und bieten auch neben dem Spielfeld viele Vereinsaktivitäten an.» Insbesondere bei letzterem kommt der «Multikulti»-Gedanken der Schlieremer zum Tragen. «Wir haben in unserem Verein Mitglieder aus zehn verschiedenen Ländern. Sie alle bringen sich und ihre Kultur ein. Und so kommt es, dass wir beispielsweise einmal pro Jahr ein Spanferkel auf offenem Feuer grillieren – so wie man das traditionell im Balkan macht.» Schlieren hat also den Beweis erbracht: Faust-ball funktioniert längst nicht nur auf dem Land. Entscheidend sind Engagement, Nachhaltigkeit und eine klare Vision.

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