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So viel Grund zum Jubeln hatten die Schweizer Faustballerinnen schon lange nicht mehr. Und das, obwohl die Weltmeisterschaft am Samstag mit einer Niederlage endete. Mit 1:4 Sätzen mussten sich die Schweizerinnen im Finale gegen Deutschland geschlagen geben. Doch der erste Finaleinzug seit dem WM-Gewinn 2002 unterstreicht die starke Mannschaftsleistung im österreichischen Linz.

Trotz grosser Enttäuschung im ersten Moment sei die Mannschaft sehr stolz auf ihre Leistung. «Am Samstagabend haben wir gemeinsam gefeiert», sagt Friederike Wilke vom STV Schlieren, die erstmals an einem grossen Turnier für die Nationalmannschaft im Einsatz stand. Nachdem sie die Europameisterschaft vor einem Jahr als Pikett-Spielerin noch auf Abruf von zu Hause aus verfolgte, konnte sie sich nun als Ergänzungsspielerin auf dem Feld empfehlen.

«Es war ein unglaubliches Erlebnis. Ich habe sehr viel davon profitiert, auf solch hohem Niveau zu trainieren und zu spielen», sagt die in Schlieren aufgewachsene Verteidigerin. Zudem sei es sehr spannend gewesen, ihre Nati-Kolleginnen, die ihr im Ligabetrieb normalerweise als Kontrahentinnen gegenüber stehen, an der WM als Mitspielerinnen kennenzulernen.

Anpfiff bläst Nervosität weg

Ein so professionell aufgezogenes Turnier mit derart grosser Medienpräsenz und so vielen Zuschauern sei für sie eine völlig neue Erfahrung gewesen. Verständlich, dass sie vor dem Anpfiff etwas nervös war, wenn der eigene Name vom Stadionsprecher ausgerufen wurde und die vielen Fans auf den Rängen Stimmung machten. «Während des Spiels lässt sich das alles aber gut ausblenden», sagt die 23-Jährige. In insgesamt neun Partien spielte Wilke an der WM dreimal durch und kam zu einem Teileinsatz. Besonders gegen Argentinien lief es für sie sehr gut und sie habe sich souverän gefühlt auf dem Platz.

Obwohl sie technisch und taktisch noch einige Lücken aufweise, habe sie sich an der WM gut geschlagen und sicher Fortschritte gemacht, sagt Co-Trainer Benjamin Marti-Suter: «Es hat ihr gutgetan, internationale Luft zu schnuppern.»
Freddy an der WM bearbeitet
Dass Wilke es unter die finalen zehn WM-Teilnehmerinnen schaffte, hat auch sie selbst ein wenig überrascht, wie sie gesteht. Bei der definitiven Selektion habe sie zunächst ein wenig verblüfft dreingeschaut, als ihr Name gefallen sei. Denn sie habe sich nicht einfach mit Talent durchgesetzt, sondern viel Fleiss und Arbeit investiert.

Voller Einsatz fürs Team

Man habe Wilke angemerkt, dass sie unbedingt an die WM will. «Sie hat sich innerhalb des vergangenen Jahres sehr gut entwickelt und unglaublich viel Einsatz gezeigt», sagt Marti-Suter und hebt besonders ihre Arbeit für die Mannschaft hervor: «Sie ist eine tolle Spielerin für den Teamzusammenhalt.» Er ist zuversichtlich, dass die positive WM-Erfahrung für Wilke eine gute Motivation sein wird, weiter gewissenhaft an sich zu arbeiten. Dafür sei sie in Schlieren gut aufgehoben. «Hier wird gut gearbeitet.» An Motivation fehlt es der Schlieremerin definitiv nicht. Nach dieser tollen Erfahrung und der unglaublichen Unterstützung, die sie von Familie, Freunden und Teamkolleginnen erlebt habe, wolle sie sich unbedingt in der Nationalmannschaft etablieren, sagt sie.

Wilkes Entwicklung wird Alessa Krautter, Teamkollegin beim STV Schlieren, sicher genau beobachtet haben. Denn wie Wilke an der EM vor einem Jahr verpasste die 24-jährige Krautter die Nomination ganz knapp und verfolgte die WM von zu Hause aus als Pikett-Spielerin.
Auch Krautter könnte dereinst den Sprung ins Hauptteam schaffen, «wenn sie weiter gut trainiert und sich sowohl technisch wie auch taktisch weiter entwickelt», sagt Marti-Suter. Sie müsse vor allem von Spiel zu Spiel noch konstanter und stabiler werden.

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